Das Schlagzeile “Wir benötigen eine dezentrale Stromversorgung in Deutschland” birgt jede Menge Sprengkraft und sorgt, wenn von der Politik gefordert, für jede Menge an Diskussionen. Es diese Entwicklung trifft nicht nur die großen Energieerzeuger und Energieverteiler oder Energieversorger von elektrischer Energie sondern auch sind wir als Mitbürger bei der Umsetzung dieser Strategie gefragt.
Welche Vor- oder Nachteile entstehen für die großen Unternehmen, die uns bisher großflächig mit elektrischer Energie versorgen? Die konventionelle Energieverteilungssysteme haben nur wenige große Kraftwerke, die in die Verteilung einspeisen. Die Betreiber als Unternehmer und viele Mitarbeiter der Kraftwerke kennen sich zum Teil untereinander persönlich. Selbst für den europäischen Raum ist die Anzahl der beteiligten Unternehmen überschaubar. Es ist im Höchstspannungsnetz immer klar, wer die Energie zu welcher Zeit ins Netz liefert. Man arbeitet meist schon über vielen Jahren zusammen.
Im Laufe der Zeit sind aber viele kleine Kraftswerksbetreiber mit ihren Blockheizkraftwerken, Photovoltaik-Anlagen, Biogasanlagen oder auch ihren Kleinwindkraftanlagen hinzu gekommen. Diese speisen ihre Energie in der Niederspannungsebenen ein. Man versucht in einem Fall die Blockheizkraftwerke als Kleinkraftwerke zu sogenannten virtuelle Kraftwerken zusammen zu schließen. Das heißt, das Blockheizkraftwerk, die zum Beispiel im Einfamilienhaus stehen, dann nicht wärmegeführt oder stromgeführt betrieben werden müssen. Es steht für ein große Unternehmen, welches dieses Geschäftsmodell des virtuellen Kraftwerks betreiben will, viel Arbeit. Man muss mit viele Blockheizkraftsbetreiber ins Geschäft kommen und die müssen dann zustimmen, das ihre Blockheizkraftwerke aus der Ferne gesteuert werden. Den der Großkraftwerksbetreiber kann dann die vielen kleinen Kraftwerke zur notwendigen Anpassung bei der Stromabnahme nutzen. Man spricht häufig auch von der Spitzenabdeckung. Großkraftswerksanlagen haben den Nachteil, das sich nur sehr langsam, innerhalb von 2 – 3 Stunden , an die Stromnachfrage anpassen können. Somit müssen die Anlagen für die maximale Stromnachfrage ausgelegt werden. Wenn dann die Stromnachfrage sinkt, arbeiten diese Kraftwerke in einem sehr schlechten Wirkungsgrad. Für den Kraftswerksbetreiber hat die Größe zwei Nachteile: 1.) Hohe Grundkosten auf Grund der Auslegung auf die maximale Leistungsanforderung. 2.) Höher Brennstoffkosten bei niedriger Leistungsabgabe als die verfügbare Nennleistung des Kraftwerks. Somit haben die Kraftswerksbetreiber ein sehr großes finanzielles Interesse an vielen kleine Anlagen, die ihre Energie innerhalb von 1 bis 3 Minuten zur Verfügung stellen können und genau schnell von Netz genommen werden. Weiterhin kann man diese Anlagenkapazitäten vertraglich über Jahre hinweg binden. Biogasanlagen stehen meist zur Deckung der sogenannten Grundlast zur Verfügung. Die Windkraftanlagen produzieren ihren Strom immer nur wenn genügend Wind vorhanden ist. Die Stromabnahme folgt aber nicht der Verfügbarkeit des Windes. Daher kann man die Möglichkeit schaffen, den Strom zu speichern. Zur Zeit stehen aber nicht die notwendigen Speichertechnologien zur Verfügung. Die Windenergie wird nur zum Teil verstromt. Die Windkraftanlagen werden nicht optimal ausgenutzt und bringen für den Eigentümern nicht immer den zur Finanzierung errechneten Ertrag.
Als Betreiber und Eigentümer eines Blockheizkraftwerks, einer Photovoltaik-Anlage, einer Biogasanlagen oder einer Kleinwindkraftanlagen kommen neben technischen Anforderungen auch die kaufmännischen und unternehmerischen Risiken zu. Als Betreiber als einer Kleinkraftanlage hat man viele Pflichten aber auch bei der richtigen Dimension der Anlage die große Unabhängigkeit von den großen Energieversorgern. Man kann sich dann sich problemlos selbst mit Strom versorgen, auch wenn die öffentliche Stromversorgung nicht mehr funktioniert. Wir sind es gewohnt, dass die öffentlichen Stromversorgung sehr stabil ist und wir kaum Ausfälle hatten. Gründe für zukünftige Ausfälle von Stromversorgungsnetzen können Wirbelstürme, Überschwemmungen und sonstige Naturereignisse sein. Weiterhin werden massive Steigerungen der Strompreise vorhergesagt. Dieser Kostenfalle kann man mit der eigenen Stromversorgung gut entgehen. Nur über den Stromverkauf ist das eigene Kraftwerk nur unter bestimmten Umständen heute zu finanzieren.
Die Entscheidung, ob man als Privatperson oder auch Unternehmer in ein eigenes Kleinkraftwerk im eigenen Gebäude investieren, muss immer gut überlegt sein.